Salto Mortale ohne Netz

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Erstellt am Donnerstag, 21. Februar 2013 Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 14. Mai 2013

MaxProfits

Wenn man eine tonnenschwere Last auf Streichhölzer stellt, sollte man sich besser nicht wundern, wenn dieses Konstrukt auf einmal zusammenbricht. Im wahren Leben käme niemand auf eine solch alberne Idee. An der Börse hingegen viele. Wenn man monatelang nur der bullishen Propaganda lauscht, ohne über die tatsächlichen Risiken nachzudenken; wenn man nicht verstehen will, dass die Zahl der potenziellen Käufer abnimmt, je höher die Kurse ohne Korrekturen steigen, dann ist man dabei, einen Salto Mortale ohne Netz zu vollführen. Der ganze Spuk scheinbar ewig steigender Kurse erinnert irgendwie an die Schildbürger. Ob Häuser ohne Fenster wie einst angeblich in Schilda oder eine Hausse ohne Unterbau – es bleibt sich gleich: Beides rächt sich am Ende. Es stellt sich nun die Frage: Erleben wir gerade den Beginn dieser „Rache“?


Es braucht nicht viel, damit eine Lawine beginnt

Kurseinbrüche werden oft auch Kurslawinen genannt – und das völlig zu Recht. Denn wie bei einer Schneelast, die plötzlich einen Punkt erreicht, wo ein lauter Ruf zum Zusammenbruch des instabilen Gebildes führt, so ist es auch an der Börse. Wenn zu viele Akteure zum einen hoch investiert sind und sich zum anderen der Risiken nicht bewusst sind, genügen Kleinigkeiten, um eine solche Kurslawine auszulösen. Aktuell war es zunächst das Gerücht, ein großer Rohstoff-Fonds sei in Schieflage geraten und müsse Notverkäufe vornehmen. Das führte am Mittwoch zu massivem Druck an den Rohstoffmärkten, die Aktienmärkte wurden zumindest ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. Dass dieses Gerücht bislang keine Bestätigung fand, beachtete niemand, denn man war  in den letzten Monaten darauf konditioniert worden, auf Gerüchte prompt wie gewünscht zu reagieren. Am Mittwochabend folgte das Protokoll der letzten US-Notenbanksitzung, in dem zu lesen war, was man in der Presseerklärung drei Wochen zuvor nicht erkennen konnte: Man denkt ernstlich darüber nach, das Anleihekaufprogramm noch im laufenden Jahr entweder stark zu beschneiden oder gar zu beenden. Das Thema war schon im Dezember auf der Agenda aufgetaucht, aber was die Akteure in Furcht versetzte, war die Begründung: Immer mehr Mitglieder des Offenmarktausschusses der Notenbank befürchten, dass diese Käufe keinerlei Wirkung auf die Konjunktur haben, sondern schlicht nur Unsummen an Geld verschlingen.

 

Tauchen jetzt nicht sofort genug Käufer auf, ist die Rallye zu Ende!

Am Donnerstag folgte als drittes Element das vorläufige Februar-Ergebnis der Einkaufsmanager-Indizes für Europa. Die Indizes waren, obgleich in den Medien laut von wieder deutlich anziehendem Wachstum getönt wird, unerwartet schwach. All das zusammen reichte, um am Donnerstag für schwache Börsen zu sorgen. Warum? Sicher ist richtig, dass derartige Nachrichten zuvor monatelang erfolgreich ignoriert wurden. Aber jetzt war der Punkt erreicht, indem die Käuferseite so dünn besetzt war, dass größere Abgaben als Reaktion auf diese vorgenannten Nachrichten nicht aufgefangen werden konnten. Und jetzt kommt es zum Schwur! Denn nachdem der teils kräftige Kursanstieg vom Dienstag, der viele bullishe Anleger in Sicherheit wog, nun blitzschnell eliminiert wurde und so bei vielen Assets Bullenfallen entstanden sind, muss entweder sofort massive Gegenwehr der Bullen erfolgen – oder die Verkaufslawine kommt erst richtig ins Rollen, weil dann eine Stop-Loss-Zone der bullishen Investoren nach der anderen fallen und so eine Kettenreaktion auslösen würde.

Viel Erfolg an der Börse

Ihr
MaxProfits
http://www.MaxProfits.de




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