
Sie haben es sicherlich längst selbst bemerkt: Börsianer sind auch nur Menschen. Und diese sind bekanntlich Spielball ihrer Emotionen. So war es denn auch nicht wirklich verwunderlich, dass uns der heutige Wochenauftakt schwache Aktienmärkte bescherte. Die Renditen der spanischen Anleihen liefen wieder einmal nach oben, was die Angst der Investoren schürte und diese wiederum aus ihren erst jüngst aufgebauten Positionen aussteigen ließ. „Eigentlich“ hatte sich an der Nachrichtenlage der vergang-enen Woche aber nicht wirklich etwas geändert. Einzig das desaströse Wahlergebnis der Christdemokraten – oder soll man besser sagen – das des CDU-Spitzenkandidaten Röttgen kann in diesem Zusammenhang als Negativum aufgeführt werden. Erbärmlich war auch sein beschämender Abgang, den er vor laufenden Kameras bekanntgab. Was bleibt Angela Merkel denn noch an wirklich guten und populären Kandidaten übrig, außer der „Super-Nanny“ Ursula von der Leyen? Nach der öffentlichen „Verbrennung“ von Karl-Theodor zu Guttenberg, des „Selbstmords auf Raten“ von Christian Wulff, nun auch noch die „freiwillige“ Selbstdemontage ihres Bundesumweltminis-ters, dem es zuletzt tatsächlich gelang, genüsslich in jedes Fettnäpfchen zu tapsen.
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Was wir in dieser Handelswoche an den Märkten weltweit bislang an Kursgeschehen erleben durften, spottet jeder Beschreibung. Nicht nur, dass die Aktienkurse immer weiter in den Keller purzelten – nein, auch der Euro und die Rohstoffpreise sackten massiv nach unten durch. Das alles geschah unter einer enorm großen Schwankungsintensivität, dass es den Zuschauer schier schwindelig werden ließ. Pure Angst hielt den Panikmodus weiter in Gang und legte bei einigen Anlegern die Nerven blank. Und das alles nur, weil die Parlamentswahl in Griechenland nicht das von den Marktteilnehmern gewünschte Ergebnis gezeigt hatte.
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Nun stecken wir drin – inmitten der Abwärtsbewegung, die wir Ihnen schon ein paar Wochen früher avisiert hatten. Doch nun stellt sich für alle Marktteilnehmer die Gretchenfrage: War das der Anfang vom Ende oder nur eine kurzzeitige Kursdelle? Für den ersten Fall wäre jetzt noch Zeit, aus seinen Long-Positionen auszusteigen und auf die Short-Seite zu wechseln. Sollte die jüngste Korrektur jedoch lediglich ein kurzes Abtauchen der Notierungen gewesen sein, um bald wieder den Weg nach oben zu finden, wäre nun das Aufstocken der Long-Positionen angesagt.
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Dass eine Korrektur an den Aktienmärkten mehr als überfällig war, hatten wir immer wieder quasi gebetsmühlenartig prognostiziert. Und auch, dass diese Korrektur „überraschend“ einsetzt, war uns sehr wohl klar. Dass die Notierungen jedoch mit solcher Heftigkeit nach unten durchsackten, war dann selbst für uns etwas überraschend. Die Fallgeschwindigkeit war wohl darin begründet, dass die US-Notenbank die Akteure auf dem Parkett und an den Handelsbildschirmen völlig auf dem falschen Fuß erwischt hatte. Dabei hatte die Fed nichts weiter getan, als zum Ausdruck gebracht, dass sie weitere monetäre Unterstützungen für die Wirtschaft nicht mehr für nötig halte. Doch wer vor drei Wochen in die Presseerklärung geschaut hatte, die damals nach der US-Notenbanksitzung veröffentlicht wurde, der durfte keineswegs überrascht gewesen sein. Denn es ergab sich schon von dort dieselbe Erkenntnis: die US-Wirtschaft kommt immer besser ins Laufen, so dass die Unterstützungsmaßnahmen der US-Notenbank zurückgeschraubt werden können.
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DAX: Nächstes Kursziel 8.000?
Der Kursverlauf am vergangenen Freitag hat uns gezeigt, wie mühelos der Deutsche Aktienindex weiter nach oben laufen kann, obwohl er bereits die sieben Handelstage zuvor nur die Aufwärtsrichtug kannte. Am 25. November 2011 noch bei 5.367 Punkten, hatten wir beim DAX in nicht einmal vier Monaten eine Kursrallye erleben dürfen, die ihresgleichen sucht – in der Spitze mehr als 1.900 Punkte oder mehr als 35 Prozent zugelegt ist schon ein Wort. Mancher Investor wäre in der Vergangenheit froh darüber gewesen, ein Drittel dieser Performance in einem ganzen Jahr gesehen zu haben. Derart ermutigt, sehen die Chart-Auguren sich nun bemüßigt, ihre Kursziele nach oben zu revidieren. Ein 8.000-Punkte-Stand noch in diesem Sommer ist dabei eine der eher gedämpft optimistischen Prognosen. Bis hoch zur 12.000-Punkte-Marke noch in diesem Jahr reicht das, was den Anlegern von Seiten der Chart-Gurus genannt wird.
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