Unrealistische Versprechen

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Erstellt am Donnerstag, 02. Mai 2013 Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 14. Mai 2013

Aktien-Strategie

Am Wochenende ist mir wieder einmal ein Börsenprospekt ins Haus geflattert. Wie in vielen anderen Werbebroschüren aus dem Aktienumfeld wurden darin horrende Gewinne versprochen. Auf der ersten Seite prangte der Vergleich mit zwei Titeln aus dem Dow Jones, die sich seit dem IPO vervielfacht hatten. Beim Durchblättern des Anzeigeblatts wurde potenziellen Abonnenten suggeriert, dass sie mit den richtigen Investments zügig zum Millionär aufsteigen könnten.

Natürlich ist das mit den richtigen Investments drin, dazu muss man aber hochspekulative Titel kaufen, die entsprechend auch hohe Risiken bergen. Wer die nächste Microsoft sucht und dazu in junge Start-Ups investiert, wird zwangsweise auch den ein oder anderen Rohrkrepierer dabei haben. Von Verlustrisiken war in dem Werbeblatt selbstverständlich keine Rede. Zuvor war mit bereits in den vergangenen Wochen auf der Webseite eines großen deutschen Anlegermagazins aufgefallen, dass gefühlt jeder fünfte Artikel die Investoren mit dem Versprechen auf eine mindestens dreistellige Rendite lockt.


Realistisch?

Solche Versprechen zielen auf die Gier der Menschen, die auch jede Woche Millionen Deutscher in die Lotto-Annahmestellen treibt. Dabei sind die Auszahlungen beim Lotto äußerst ungünstig, die Chance auf den Jackpot verschwindend gering. Auch Aktien sind nur etwas für Geduldige: Die durchschnittliche jährliche Rendite im DAX lag in den vergangenen 54 Jahren bei rund sieben Prozent. Zum Millionär kann man es damit bringen, aber nur wenn man ausreichend Zeit mitbringt. Eine Verzehnfachung des eingesetzten Kapitals braucht so 34 Jahre. Wer früh anfängt, kann sich so immerhin eine üppige Rente sichern. Dazu lässt sich mit einer ausgeklügelten Strategie auch deutlich mehr rausholen. Bei Renditeversprechen ab 20 Prozent im Jahr sollten Anleger aber stutzig werden. Eine solche Performance lässt sich nur erzielen, wenn man ungewöhnlich hohe Risiken eingeht - und die führen am Ende meist zu hohen Verlusten statt satter Gewinne.

Schwieriger als gedacht

Auch bei dem angesprochenen Anlegermagazin scheint eine erhebliche Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit zu klaffen. Das auf der Webseite ausgewiesene Musterdepot weist seit Jahresbeginn einen deutlichen Verlust auf. Mit Aktien lässt sich zwar Geld verdienen, ganz so einfach wie viele Werbebroschüren und Webseiten versprechen, ist es aber offensichtlich nicht.

In diesem Sinne

Wolfgang Braun
http://www.Aktien-Strategie.de