Börse versus Konjunkturforscher

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Erstellt am Donnerstag, 25. April 2013 Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 14. Mai 2013

Aktien-Strategie

Am vergangenen Donnerstag präsentierten die führenden deutschen Konjunkturforschungsinstitute ihre Prognose für die hiesige Wirtschaft. Im Frühjahrsgutachten gehen die Experten davon aus, dass das BIP im laufenden Jahr um 0,8 Prozent zulegt. 2014 soll das Wachstum dann auf 1,9 Prozent anziehen. Am gleichen Tag verbuchte der DAX seinen fünften Verlusttag in Folge, am Freitag setzte sich die Talfahrt fort. Die Aussicht auf eine zunehmende wirtschaftliche Dynamik und fallende Aktienkurse: So richtig einleuchtend ist das nicht.

Unsichere Prognose

Auch wenn der geballte volkswirtschaftliche Sachverstand am Frühjahrsgutachten mitarbeitet, eine Garantie für die Richtigkeit der Vorhersage ist das nicht. Natürlich werden sich die Autoren bei ihren Prognosen etwas gedacht und die bestehenden Risiken mit eingearbeitet haben. Der Blick in die Zukunft ist aber mit erheblichen Unsicherheiten behaftet. 2007 haben sich die Ökonomen ordentlich blamiert: Der überwiegende Teil ging von einer Fortsetzung des Aufschwungs in 2008 aus. Nur sehr vereinzelte Stimmen warnten vor der damals aufziehenden Gefahr einer Immobilienblase. Den wirtschaftlichen Absturz, der der Bundesrepublik mit einem BIP-Rückgang von 5,1 Prozent die schlimmste Konjunkturkrise ihres Bestehens bescherte, sah keiner vorher.

Auf die Börse verlassen?

Der Aktienmarkt gilt als guter Konjunkturindikator. Den Börsen wird nachgesagt, dass sie wirtschaftliche Entwicklungen rund ein halbes Jahr vorwegnehmen. Deutet die jüngste Abwärtstendenz bei Aktien damit an, dass das Frühjahrsgutachten Makulatur ist? Nicht unbedingt! Denn auch die Börsen können irren: So stürzte der DAX im Sommer 2011 um rund ein Drittel ab. Trotz Aktiencrash schaffte die deutsche Konjunktur in der ersten Jahreshälfte 2012 aber ein ordentliches Wachstum.

Was tun?

Die jüngsten Börsenverluste lassen sich noch gut mit einer Korrektur erklären. Immerhin war der DAX seit Mitte Juni 2012 mehr als 50 Prozent geklettert. Eine Verschnaufpause ist damit normal. Sollte der Trend bald wieder drehen, würde sich das Puzzle gut zusammenfügen: Die von den Experten versprochene wirtschaftliche Dynamik wird mit steigenden Aktienkursen belohnt. Wenn sich die Abwärtsdynamik bei DAX & Co. Dagegen verschärft, könnte die Börse ein Fehlsignal liefern. Wahrscheinlicher ist dann aber, dass die Ökonomen wieder einmal daneben liegen.

In diesem Sinne

Wolfgang Braun
http://www.Aktien-Strategie.de



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