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Wie wird der Börsensommer?

Finanzen und Börse

In den vergangenen Wochen ging es am Aktienmarkt abwärts. Fällt der Markt nun ins Sommerloch? Oder droht gar eine größere Korrektur? Fakt ist: Es ist wahrlich nicht alles eitel Sonnenschein. Denn auch im Sommer 2011 ist die europäische Schuldenkrise mit Griechenland im Brennpunkt ein brenzliges Thema. Zum Teil dürfte der Markt eine Umschuldung schon eingepreist haben. Doch die europäische Schuldenkrise bleibt ein Unsicherheitsfaktor – wohl auch weit über den Sommer hinaus.

Hinzu kommt: Selbst mit einer rosaroten Brille lassen sich die jüngsten Konjunkturdaten, die über den großen Teich schwappten, nicht schönlesen. Der US-Immobilienmarkt, das Epizentrum der weltweiten Finanzkrise, hat sich noch nicht erholt. Der US-Arbeitsmarkt darbt weiterhin. Das Konsumklima in den USA trübte sich im Mai unerwartet ein.

Noch keine Blase

Nein. Es ist keineswegs alles schlecht. Die Zeiten für Aktien sind weiterhin ordentlich. Nur macht es keinen Sinn, die dunklen Wolken am Börsenhimmel zu ignorieren. Positiv für die Märkte ist indes eine hohe Liquidität infolge einer bereits lange anhaltenden Niedrigzinspolitik. Auch in den kommenden Monaten ist aufgrund der noch zu schwachen US-Konjunktur nicht mit einer Kehrtwende in der US-Zinspolitik zu rechnen. Dieses überschüssige Geld sollte die Märkte zumindest vor einem heftigen Rückschlag bewahren. Gleiches gilt auch für das Bewertungsniveau. Oder mit anderen Worten: Aktien sind weiterhin relativ günstig gepreist, das Kurs-Gewinn-Verhältnis notiert deutlich unter dem historischen Schnitt. Von einer Spekulationsblase am Aktienmarkt wie zur Jahrtausendwende kann momentan also noch keine Rede sein.

Schwache Saisonalität?

Was aber könnte Ihnen der Börsensommer 2011 bringen? Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass die Saisonalität ab Mitte Juli gegen den DAX spricht. Wirft man einen Blick auf den DAX-Chart der vergangenen 37 Jahre, erkennt man, dass die Sommermonate Juli, August und September zu den eher schwächeren Börsenmonaten zählen. Im Gegensatz übrigens zum November und Dezember, die traditionell die mit Abstand stärksten Börsenmonate des Jahres sind. Ein Blick auf den aktuellen DAX-Chart verrät indes, dass der Index nicht nachhaltig unter die wichtige Unterstützung bei 7.000 Punkten purzeln sollte, da sonst empfindlichere Rückschläge drohen. Allerdings könnte es nach dem Abverkauf der letzten Tage zu einer technischen Gegenreaktion kommen.  Zumal der Juni saisonal gesehen eigentlich kein schlechter Börsenmonat ist.

Viel Erfolg mit Ihren Geldanlagen wünscht

Frank Sterzbach
Finanzen & Börse
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