Was ist schon normal?

An jedem ersten Freitag im Monat spitzt die Börsenwelt die Ohren. Dann nämlich gibt’s den großen Bericht vom US-Arbeitsmarkt. Die jüngsten Daten am Freitag vor einer Woche gaben übrigens Anlass zur Hoffnung, dass sich der US-Arbeitsmarkt entspannt. Was die Konsumneigung der US-Bürger fördern, die dortige Binnenkonjunktur ankurbeln, die US-Wirtschaft anfeuern und die Weltwirtschaft stabilisieren würde. Normalerweise wäre dies durchaus ein Grund für ein kleines Kursfeuerwerk gewesen – normalerweise.
Scherbenhaufen
Doch was ist schon normal in diesen Tagen? Papandreou geht. Papademos kommt. Berlusconi geht. Und sein Nachfolger kommt, um einen Scherbenhaufen zusammenzukehren. Mitte der vergangenen Woche stieg die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen kurzzeitig bereits auf über sieben Prozent. Was im Umkehrschluss sieben Prozent an Schuldzinsen für Italien bedeutet – eine Refinanzierung ist unter diesen Umständen auf Dauer nicht möglich.
Jahresendrally?
Italien ist immerhin die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone und in seiner Bedeutung daher wesentlich größer als Griechenland. Es droht nun endgültig ein Flächenbrand, wenn Italien nicht schnell genug aus dem Feuer genommen wird. Wenngleich sich der Aktienmarkt in der vergangenen Woche ziemlich robust präsentierte – so als wollte man eine Jahresendrally proben. Bis jeder erste Freitag im Monat wieder vollauf im Zeichen des US-Arbeitsmarktberichts steht, kann es aber durchaus noch eine Weile dauern.
Viel Erfolg mit Ihren Aktien-Investments wünscht
Frank Sterzbach / Wolfgang Braun
Deutscher Aktien-Report
http://www.Deutscher-Aktien-Report.de
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