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Liquiditätsrally

Deutscher  Aktien-Report

Ob man es glaubt oder nicht: Unlängst passierte irgendwie Historisches. Denn erstmals in der 97jährigen Geschichte der Federal Reserve hat ein US-Notenbankchef einen Zinsbeschluss auf einer Pressekonferenz verkündet und erklärt. Eine solche Pressekonferenz biete die Gelegenheit, Zusammenhänge darzustellen und zusätzliche Informationen zu geben, wird Fed-Chef Ben Bernanke zitiert.

Dass andere Währungshüter wie beispielsweise die Europäische Zentralbank (EZB) schon seit langem das Transparenz fördernde Instrument der Pressekonferenz nutzen, sei hier nur nebenbei erwähnt.

Zinswende kommt

Historisch tief steht weiterhin der US-amerikanische Leitzins. Denn zwei Stunden vor dem Gang an die Presse beschloss der Offenmarktausschuss der US-Notenbank, den Leitzins auf null bis 0,25 Prozent zu belassen. Und dies werde, so Bernanke, noch einen „längeren Zeitraum“ so bleiben. Vielleicht im Herbst, vielleicht im Winter, vielleicht aber auch erst im nächsten Jahr – die Zinswende kommt, alleine über den genauen Zeitpunkt darf noch gerätselt werden. Die EZB, die sich in erster Linie Preisstabilität auf die Fahnen schreibt, hat die Zinswende bekanntlich schon vollzogen. Was die Märkte aber nicht daran hinderte, die nächste Runde einer vielleicht historischen Liquiditätsrally einzuläuten.

Risikofaktoren ausgeblendet

Zurück in die Gegenwart. Die furchtbare Katastrophe in Japan, anhaltende Unruhen in Ölstaaten, immense Staatsverschuldungen einiger Industrieländer – all diese Belastungsfaktoren blendete der Aktienmarkt in den vergangenen Tagen erfolgreich aus. Gut, andererseits liefert die laufende Berichtssaison größtenteils erfreuliche Ergebnisse. Doch auch charttechnisch wird die Luft dünner. Der DAX stolzierte in der Region um 7.500 Punkte ins Wochenende – und genau dort verläuft die obere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals. Ein nachhaltiger Anstieg über diese bedeutsame Marke würde weiteres Kurspotenzial generieren, aber womöglich auch in eine Übertreibungsphase münden. Wir halten allerdings auch ein baldiges Luftholen bis in den Bereich von 7.200 Zählern für möglich.

Viel Erfolg mit Ihren Aktien-Investments wünscht

Frank Sterzbach / Wolfgang Braun
Deutscher Aktien-Report
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