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Schnäppchenzeiten vorbei

Aktien-Strategie

Trotz Schuldenkrise: Die Analysten bleiben optimistisch. Für 2012 rechnen die Finanzexperten im S&P 500 mit einem Anstieg der operativen Gewinne um knapp zehn Prozent. Obwohl der Index in den vergangenen Monaten kräftig zugelegt hat, ergibt sich daraus ein vergleichsweise günstiges KGV von 12,5. Im historischen Schnitt (seit 1987) lag das Gewinnvielfache für den S&P 500 bei gut 19. Aus dieser Perspektive haben die US-Aktien also reichlich Potenzial nach oben.

Einstelliges KGV

Noch günstiger fällt die Bewertung der deutschen Blue Chips aus, sofern man die Analystenschätzungen als Grundlage nimmt. Für 2012 ergeben die Prognosen ein Gewinnplus von etwa 12 Prozent. Das Index-KGV würde damit knapp in den einstelligen Bereich sinken. Noch optimistischer sind die Experten für 2013, wenn es bei den Gewinnen noch einmal rund zehn Prozent aufwärts gehen soll. Dann reduziert sich das KGV für den DAX sogar auf unter 9. Damit liegen wir ebenfalls weit unter dem historischen Schnitt, der etwa bei 15 anzusiedeln ist.

Der Haken dabei

Kleiner Haken bei der ganzen Sache: Die Analysten liegen mit ihren Schätzungen oft daneben. Die geplanten Gewinnsteigerungen werden die Unternehmen nur schaffen, wenn das wirtschaftliche Umfeld günstig bleibt. Zuletzt gab es aber zunehmend Warnungen von Institutionen wie etwa der Weltbank, die für die Eurozone eine Rezession vorhersagen. Bei einer eingetrübten Konjunktur müssen Anleger aber mit schrumpfenden Unternehmensergebnisse kalkulieren. Die aktuell sehr günstigen Bewertungen werden dann schnell zur Makulatur.  

Kein Grund zur Euphorie

Gerade in Krisenphasen gibt das Kurs-Buchwert-Verhältnis besser Auskunft über die Bewertung eines Marktes. Aktuell liegt die Kennziffer für den DAX bei 1,35. Traditionell schwankt die Zahl zwischen eins und zwei. Ein Hindernis für weiter steigende Notierungen ist das Kurs-Buchwert-Verhältnis also sicher nicht, vor allem dann, wenn sich die Finanzkrise vorübergehend etwas entspannt. In allzu großer Sicherheit sollten sich die Anleger aber nicht wiegen. Der historische Mittelwert wird nur noch um zehn Prozent unterboten. Anders als im Herbst 2011 kann bei den deutschen Blue Chips nicht mehr von Schnäppchenpreisen die Rede sein.

In diesem Sinne

Wolfgang Braun
http://www.Aktien-Strategie.de